Wissenswertes

ier werde ich nach und nach einige interessante Infos zusammenstellen. Das dies sehr zeitaufwändig ist, könnt Ihr Euch bestimmt vorstellen !

Daher bitte noch etwas Geduld !

Hier schon mal ein paar Stichworte und Antworten rund um das Thema Super 8:

 

Ablauf einer Kinovorstellung

Natürlich ist jedem Hobby-Vorführer selbst überlassen, in welcher Reihenfolge er seinen Abend gestaltet.

Mittlerweile sind ja die Vorfilme weitestgehend aus den Kinos verschwunden.
Ich meine mich aber an folgenden Ablauf erinnern zu können:

  • Lokale Werbung (meist mit Dias)
  • Professionelle Werbefilme (Marlboro etc.)
  • Trailer auf kommende Filme
  • Vorfilm (Cartoon o.ä. - vielleicht auch eine Schnittfassung ;-)
  • Langnese-Werbung

EISPAUSE (“Will jemand Eis ???” ;-)

  • Hauptfilm

 

 

Anamorphot - was ist das ?

Ein Anamorphot ist eine spezielle Linse, die das Bild ungleichmäßig staucht bzw. verbreitert.

Das normale Super 8-Bild hat ein Seitenverhältnis von 1:1,33 (auch 4:3 genannt). Das menschliche Auge empfindet dieses Format aber als "zu schmal". Deshalb kam im Kino der Breitwandfilm auf.

Auch im Format Super 8 wurden verschiedene Stauchungsverhältnisse eingeführt. Wie gesagt: ich filme nicht selbst, daher gehe ich nur auf die Kaufversionen ein.

Bei Super 8-Kauffilmen, die im Breitwandformat (oder auch als Cinemascope) angeboten wurden, hat sich als Standard 1:2,66 (also 24:9 ;-) etabliert. Dies wird auf den Anamorphoten mit “2x” gekennzeichnet.

Man stellt ihn einfach vor das Objektiv des Projektors (aber so, dass das Bild auch entzerrt wird ;-)
Um ihn zu fixieren, baut man sich am Besten selbst eine Halterung.

So sieht z.B. meiner aus:

    

 

 

Anamorphot (Rectimascop) unscharf - was nun ?

Zwei Sachen vorneweg:
1.) Die Verfahrensweise gilt für ein Rectimascop der Rathenower Werke. Bei anderen kann es abweichend sein.
2.) Ich übernehme keine Haftung, wenn bei dem Verfahren etwas schiefgeht, denn ihr könnt hier auch den Anamorphoten so in sich verdrehen, dass er nur noch vom Fachmann wieder gerichtet werden kann !

Die Vorgeschichte: Das Ganze hat damit angefangen, dass ich einen weiteren Anamorphoten geschenkt bekommen habe. Der Vorbesitzer erklärte mir, dass er das Objektiv drehen könne, wie er wolle, aber das Bild wird nicht scharf. Wenn ich ihn reparieren könne, dann kann ich ihn behalten, ansonsten halt wegschmeissen. Also habe ich ein bisschen rumprobiert und siehe da: er wurde wieder scharf - und es war eigentlich ganz einfach ;-)

  • Zunächst sollten die beiden Schrauben (im Bild rote Umrandung) auf der schmalen Seite soweit gelöst werden, dass sich der Innenring bewegen
    lässt. Aber Vorsicht, dass diese nicht verloren gehen ! Ausserdem am Innenring nur leicht die Bewegung probieren, da jeder Millimeter zählt !
  • Nun von dieser Seite her durchschauen und etwas fixieren (am besten ein Schriftzug oder sowas). Dies sollte nun noch unscharf sein.
  • An diesem Innenring, auf dem die gelösten Schrauben sitzen, nun solange drehen, bis der fixierte Gegenstand recht scharf erscheint.
  • Jetzt bauen wir den Anamophoten so vor den Projektor, dass man an den Innenring noch drankommt.
  • Einen Film einlegen, die Wiedergabe starten und das Bild so scharf wie möglich stellen.
  • Solange an dem Innenring (und evtl. der Scharfstellung des Projektors) drehen, bis das Bild richtig scharf ist. Dies geschieht am besten mit einem abgewinkelten spitzen Gegenstand, der sich nicht so leicht verbiegen lässt. Dieser kann dann in eine der blau markierten Vertiefungen gesteckt und damit der Innenring bewegt werden. Natürlich kann man sich, wie ich, etwas biegen, das in beide gleichzeitig passt und damit die Verstellung einfacher macht. Originär gab es da ein passendes Werkzeug.
  • Zum Schluß jetzt die Schrauben wieder anziehen und das Ganze nochmal kontrollieren.
  • Evtl. nochmal wiederholen

Also bei meinen beiden Anamorphoten befindet sich die obere Schraube, wenn das “Ei” waagrecht ist, ca. 7 mm nach Rechts von der Senkrechten entfernt.

 

 

Bildgröße der Super 8-Filme

Hierbei muss man unterscheiden zwischen der Bildgröße bei der Aufnahme und der bei Projektion.

Die Aufnahmegröße beträgt 5,69 mm x 4,22 mm.
Die Bilddiagonale beträgt 7,084 mm

Ein Projektor gibt ein Bild mit der Größe 5,36 mm x 4,01 mm wieder und hat somit eine Bilddiagonale von 6,694 mm.

 

 

Klimacontrol -
Wieviel Tropfen bei welcher Filmlänge ?

Ja ja - ich kenne das auch: Bei dem Fläschen Klimacontrol war ein Waschzettel dabei, auf dem steht, wieviel Tropfen Klimacontrol bei der entsprechenden Filmlänge auf das Papier zu träufeln sind. Aber wo ist dieser sch... Zettel ???

Die Antwort auf diese Frage kann ich leider nicht liefern, aber dafür die Tabelle:

Länge in m

Anzahl Tropfen

60

1-2

90

2

120

2-3

180

3

240

4-5

360

5

Tipp:
Anstelle von Klimacontrol kann man auch Campher-Spiritus in gleicher Menge nehmen - ist weitaus billiger. Allerdings muss dieser jährlich erneuert werden.

 

Laufzeiten von Super 8-Filmen

Da ich keine selbstgedrehten Filme sammele, beziehe ich mich immer auf die Wiedergabegeschwindigkeit von 24 Bilder pro Sekunde !

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass bei 1 min. Film rund 6,10 m durch den Projektor laufen (also pro Sekunde ca. 10 cm). Was wiederum bedeutet, dass 1 m Film ca. 10 sek. läuft und 236 Bilder beinhaltet.

Bei fertig konfektionierten Filmen kann man mit folgenden Laufzeiten rechnen:

45 m

6:00 min.

60 m

9-10 min.

110 m

16-18 min.

120 m

18-20 min. (19:39 min.)

 

Objektive bei Super 8-Projektoren

Natürlich nicht unwichtig für eine gute Wiedergabequalität bei Super 8 sind auch die bei den Projektoren eingesetzten Objektive. Allerdings stehen dort eine Menge Zahlen, die man erstmal enträtseln muss :-)

Zunächst mal der f-Wert:
Dieser bezeichnet die Lichtverlust des Objektivs. Je kleiner der Wert, desto geringer der Verlust (also z.B. 1:1,5)

Da wäre noch die Brennweite:
Bezeichnet den Punkt, an dem das Bild gedreht wird. Bei Zoom-Objektiven gibt es immer 2 Werte: der ohne Zoom und der mit.

Apropos Zoom:
Den Zoomfaktor kann man berechnen, indem man die größeren Brennweite-Wert durch den kleineren teilt. (z.B. 27/16 = 1,6875)

 

 

Projektionsgröße und Abstand zur Leinwand

Okay - gehen wir mal unter die Mathematiker ;-)

Folgende Werte benötigen wir:

  • Abstand zwischen Projektor und Leinwand in mm
  • Benutzte Brennweite des Projektors (bei Zoom der kleinere Wert !)

Das die Bildbreite 5,36 mm wissen wir bereits von oben ;-)

Daraus ergibt sich folgende Formel:

(Abstand Projektor zur Bildwand * Bildbreite)/Brennweite = Bildgröße in mm
Bildgröße in mm / 1000 = Bildgröße in m

Beispiel:
Mein Projektor steht 3,70 m von der Leinwand weg und hat eine Brennweite von 16 mm.

In Zahlen:

(3700 mm * 5,36 mm)/16mm = 1239,5 / 1000 = 1,239 m

Also habe ich eine Bildbreite von rund 1,24 m.

Wenn Ihr nun noch die Bildhöhe berechnen wollt, dann haben wir zunächst mal ein Seitenverhältnis von 4:3.
Ergo braucht ihr euer Ergebnis zur durch 4 zu teilen und mit 3 zu multiplizieren.

In unserem Beispiel wäre das (1,24 m/4)*3 = 0,93 m

Um zu guter letzt nun noch die Bilddiagonale zu berechnen, zieht die Wurzel aus (a2+b2). Im Beispiel wäre das die Wurzel aus 2,4025, also 1,55 m.

Wer gerade keinen Taschenrechner zur Hand hat, kann hier rechnen lassen:
http://www.wolf-zone.de/projects/mathematik/wurzelrechner.htm - allerdings das Komma durch einen Punkt ersetzen !)

Und für ganz faule habe ich ein Excel-Sheet gebastelt...das gibt’s hier...

 

Schnittfassung - was ist das ?

Filmmaterial war auch in den besten Super8-Zeiten recht teuer. Ein kompletter Film kostete in den 70ern zwischen 500 und 1.500 DM. Daher wurden die Filme gekürzt, um sie auch für den "Normalverdiener" erschwinglich zu machen. Eine 120m-Spule mit ca. 20 min. Film lag damals bei ca. 130-150 DM. Daher erklärt sich fast von selbst, warum Komplettfassungen selten sind.

Meiner Meinung nach sind 2-Teiler schon hart an der Grenze des Ertragbaren, während 3-Teiler bereits okay sind. Es kommt trotzdem drauf an, um welchen Film es sich handelt. Während Einteiler wirklich bessere Trailer sind ;-)

 

Umkehrkopie
(Begriffserklärung bei einer Komplettfassung)

Umkehrkopie bedeutet, dass - wahrscheinlich meist vom Vorführer oder dessen Freunden - von einer aktuell gespielten 35mm-Kinokopie ein Super 8-Duplikat hergestellt wurde. Die “Originale” wurden über Nacht aus den Kinos geholt und kopiert. Am nächsten Tag musste der Film ja wieder im Kino gespielt werden.

Da diese Prozedur sehr schnell gehen musste, haben die Kopien oftmals Mankos,
z.B. eine nicht ganz einwandfreie Lichtbestimmung oder einen etwas übersteuerten Ton. Auch wurde der ganze Dreck und die Klebestellen der Kinokopie natürlich mitkopiert, da die Zeit für eine Reinigung fehlte.
Es gab aber auch Ausnahmen. Deshalb immer mal beim Verkäufer nachfragen ;-)
(Danke an Michael Schneider, der mich darüber aufgeklärt hat :-)

Umkehrkopien erkennt man übrigens an der zumeist schwarzen oder dunklen Perforation.